Buchvorstellungen

Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten – Robert C. Marley

12. Januar 2021

London, 1868. Ein Schmuckgeschäft wird überfallen. Hinter dem Laden gibt es geräumige Werkstätten, in denen Goldschmiede arbeiten, verschiedene Schmuckstücke herstellen, Diamanten schleifen, Edelsteine in Ringe fassen. Alle zehn Mitarbeiter, der Geschäftsinhaber und zwei seiner Kinder, die er an diesem Tag mit zur Arbeit nahm, um ihnen zu zeigen, was er den lieben langen Tag macht, kommen ums Leben.

Fünfundzwanzig Jahre später wird ein Goldschmied auf brutalste und außergewöhnlichste Art und Weise ermordet. Gordon Wigfield, der Tote, war bekannt, seine Werkstatt geschätzt. Selbst Oscar Wilde, der hier mit seinem Geliebten, Lord Alfred Douglas, auftaucht, war ein Kunde des ermordeten Goldschmieds. Wilde ist sogar unter den Trauernden während Wigfields Beisetzung.

Als ein weiterer Mord an einem Goldschmied verübt wird, auch dieser in außergewöhnlicher Art und Weise, beginnt Chief Inspector Donald Sutherland Swanson Parallelen zu suchen. Die Gerichtsmedizin in dieser Zeit wagt erste Schritte bei der Arbeit mit Fingerabdrücken.

Swanson begegnet dem bekannten Schriftsteller Arthur Conan Doyle, der an einem Tatort, seiner Romanfigur Sherlock Holmes ähnlich, nach Spuren sucht und entsprechende Schlussfolgerungen daraus zieht. Swanson hält dies (die Kinderschuhe der Forensik) für Hokuspokus, ermittelt lieber traditionell.

Manchmal ist Swanson genervt vom immer noch anhaltenden Chaos im Gebäude des New Scotland Yard. Der Umzug von alten Yard fand 1890 statt, während die Ermittlungen um die Goldschmiede 1893 spielt.

Meine Meinung

Das Geschehen in dem Roman ist ein kurzweiliges Abenteuer, ein Erlebnis in London um 1893. Die Stadt ist mit bekannten Persönlichkeiten jener Zeit (Oscar Wilde, Arthur Conan Doyle, ein achtjähriges Mädchen, Agatha Miller, taucht auf, das Jahre später nach ihrer Hochzeit Christie heißen wird) genauso gefüllt wie mit den üblichen Bürgern, ob arm oder reich. Lebendiges Treiben, Abenteuer in dunklen Gassen, jede Zutat für einen solchen Roman ist vorhanden.

Was mich etwas störte, war die gespürte Modernität, die, so glaube ich, in den Schreibstil solcher Bücher nicht gehört. Ich meine damit, mehrere Ermittler, auch wenn Swanson die Hauptfigur ist. Es sind einige Polizisten in den Fall involviert. Inspector Swanson stellt in diesem Buch nicht die alles ahnende und die starke Persönlichkeit dar, die man in viktorianischen Detektivromanen eigentlich erwartet. Er ignoriert Hinweise, die den Leser das Ende erraten lassen.

Trotzdem ist der Roman für Holmes-Fans zu empfehlen. Es steckt viel Wissen über die Zeit, in der die Geschichte spielt, in diesem Buch. Die Anfänge der Forensik, der erst drei Jahre zurückliegende Umzug des Scotland Yard sind einige Beispiele.

  • ISBN: 978-3-940855-53-4
  • Verlag: Dryas

Links zum Thema

Die Inspector Swanson Reihe:

  1.  „Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten“ (2014)
  2.  „Inspector Swanson und der Fall Jack the Ripper“ (2015)
  3.  „Inspector Swanson und der magische Zirkel“ (2016)
  4.  „Inspector Swanson und das schwarze Museum“ (2017)
  5.  „Inspector Swanson und die Frau mit dem zweiten Gesicht“ (2018)
  6.  „Inspector Swanson und die Mathematik des Mordens“ (2019)
  7.  „Inspector Swanson und die Bibliothek des Todes“ (2020)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.