Buchvorstellungen

Die man nicht sieht – Lucía Puenzo

25. Dezember 2020

Drei Kinder, Ismael, Enana und der sechsjährige Ajo versuchen, in den Straßen von Buenos Aires zu überleben. Sie hausen in einem vergessenen Frachtcontainer.

Ihr Auftraggeber schickt sie in reiche Häuser, um ausgewählte Objekte zu stehlen. Nebenbei laben sich die Kinder an den Lebensmitteln, die sie in den Kühlschränken finden. Sie sind so geschickt, sie kommen nicht nur ungesehen in die Häuser und wieder heraus, sie hinterlassen die Orte so wie sie vor ihrem Besuch aussahen. Sie stehlen nur so viel, dass einzelne Objekte als verloren oder verlegt abgetan werden, bevor das Ausmaß des Einbruchs erfasst wird.

Als ihr Auftraggeber der Meinung ist, die Fingerfertigkeit der Kinder sei nun gut genug, verkauft er sie nach Montevideo. Sie werden über den Rio de la Plata geschmuggelt, sind also offiziell nie in Uruguay angekommen. Hier werden sie in einem Luxusviertel, das von einem Sumpfwald umgeben ist, eingesetzt.

Das Buch

Der Roman wird aus der Sicht eines neutralen Beobachters erzählt. Der Erzähler steht weder auf der Seite der Kinder, noch auf der des Gesetzes. Trotzdem zieht ein gekonnter Spannungsbogen den Leser durch den Stoff, denn die Kinder haben einiges auszustehen.

Lucía Puenzo zeichnet ein feines und gefühlvolles Spiegelbild einer bestimmten Gesellschaftsschicht, die leider im Alltag übersehen wird. Der Titel bezieht sich also nicht nur auf die Machenschaften der Kinder, sondern auch auf die Unsichtbarkeit der Armut und deren Folgen für die nächsten Generationen.

Klappentext

Diebe haben keine Sommerferien: Ismael, Enana und Ajo sind noch halbe Kinder, doch als Einbrecher nicht zu fassen – bis die kleinen Gauner an den Luxusstränden Uruguays in große schmutzige Geschäfte hinter glänzenden Fassaden geraten.

Ein packender Roman mit einem unvergesslichen Trio.

  • ISBN: 978 3 8031 2824 9
  • Verlag: Klaus Wagenbach
  • Aus dem argentinischen Spanisch von Anja Lutter

Lucia Puenzo, 1976 in Buenos Aires geboren, ist Schriftstellerin und Filmemacherin. Puenzos fünf Romane umfassendes Erzählwerk wurde in 15 Sprachen übersetzt. (Klappentext)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.