Buchvorstellungen

Die rote Hand – Jürgen Heimbach

17. November 2020

Arnold Streich ist ein ehemaliger Fremdenlegionär. Ein Einzelgänger. Wortkarg. Hat einfach zu viel Krieg, Elend, Tote in seinem Leben gesehen.

Er fristet sein Dasein in einer Hausmeisterwohnung, dazu verdammt, einen Garagenkomplex mit angeschlossener Tischlerei zu bewachen. Jede Woche geht Streich zu einem nahegelegenen Kiosk, kauft Zigaretten, Alkohol und liest die Zeitung. Irgendwann zog ein Artikel seine Aufmerksamkeit auf sich. Es ging um einen Anschlag. Ein Waffenschieber wurde ermordet und das in einer Art und Weise, die Streich sehr bekannt vorkam.

Einige Tage später warnt ihn Ali, der Kioskbetreiber. Irgendjemand ist auf der Suche nach dem ehemaligen Fremdenlegionär. Er glaubt aber nicht, dass versucht wird, seine Wettschulden vom letzten Pferderennen einzutreiben. Die Beschreibung der Typen lässt in Streich alte Erinnerungen aufflammen.

Der Roman spielt im Nachkriegsdeutschland. Frankfurt (Main), circa 1959. In dieser Zeit gab es tatsächlich, wie der Anhang des Romans beschreibt und mit Quellennachweisen belegt, politisch motivierte Attentate der französischen Terrororganisation La Main Rouge (dt: Die rote Hand) auf deutschem Boden. Diese Terrororganisation war eine Auslandsabteilung des französischen Geheimdienstes. Ziel der Organisation war es, Unterstützer der algerischen Unabhängigkeitsbewegung zu liquidieren (–> Algerienkrieg – wikipedia).

Deutschland spielte die auf deutschem Boden stattfindenden Attentate und Anschläge herunter, um deren politische Brisanz entgegenzuwirken. Deutschlands Wirtschaft blühte zu der Zeit, eine erneute Verfeindung mit Frankreich konnte sich Deutschland im Wirtschaftswunder einfach nicht leisten.

Klappentext

Der ehemalige Fremdenlegionär Streich verbringt seine Tage als Wachmann schäbiger Garagen. Was darin geschieht, interessiert ihn nicht. Als aber ein Waffenhändler, der die algerische Befreiungsfront beliefert, ermordet wird, kann er die Machenschaften nicht mehr ignorieren und stößt auf Vorgänge, die besser im Verborgenen geblieben wären.

Jürgen Heimbach (*1961) studierte nach einer kaufmännischen Ausbildung Germanistik und Philosophie und arbeitet als Redakteur für 3sat. Sein Werk umfasst Romane, Jugendbücher und Kurzgeschichten. Sein Roman „Die rote Hand“ wurde 2020 mit dem Glauser-Preis für den besten Kriminalroman ausgezeichnet. (Umschlagtext)

  • ISBN: 978 3 293 20899 5
  • Verlag: Unionsverlag

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