Buchvorstellungen

Die IBIS – Trilogie von Amitav Ghosh

18. Juli 2020

Derzeit widme ich mich wieder einmal der Ibis – Trilogie. Für Leser mit Fernweh, Sinn für Abenteuer und etwas Exotik sind diese drei Romane bestens geeignet.

Amitav Ghosh schuf mit diesen Büchern ein sagenhaftes Panorama. Verschiedene Schicksale vermischen sich mit großer Geschichte. Es geht um den Mohnanbau, um Drogen, den folgenden Opiumkrieg, der das Gesicht des asiatischen Kontinents veränderte.

Insgesamt sind alle drei Bände detailverliebt, atmosphärisch dicht geschrieben. Es gibt viele Nebenhandlungen (zum Beispiel erfährt der Leser auch einiges über den Teehandel und die Verschiffung nach England aus der Zeit).

1. Band: „Das mohnrote Meer“

Indien, 1838: Auf den Mohnfeldern am Oberlauf des Ganges schuften die unterjochten Bauern für den englischen Opiumhandel. Einigen von ihnen verheißt das ehemalige Sklavenschiff Ibis Ausweg und Rettung. Aber der Weg von Kalkutta in die Freiheit ist lang und gefährlich, und am Ende der Reise lauert die Ungewissheit.

„Das Bild eines stolzen Schiffes unter vollen Segeln trat Diti an einem ganz gewöhnlichen Tag vor Augen, aber sie wusste sofort, dass die Vision ein Fingerzeig des Schicksals war.“

Als Diti nach dem Tod ihres Mannes erfährt, dass sie in der Hochzeitsnacht unter Drogen gesetzt und von ihrem Schwager vergewaltigt wurde, flieht sie mit ihrer kleinen Tochter nach Kalkutta, wo das Schiff aus ihrer Vision bereits auf sie zu warten scheint. Für die junge Frau bedeutet die Ibis Hoffnung und Neuanfang. Doch hinter der Mündung des Ganges wartet das „schwarze Wasser“, so dunkel und geheimnisvoll wie die Vergangenheit, der die Menschen an Bord entfliehen wollen.

(Klappentexte)

  • ISBN: 978 3 453 40597 4
  • Verlag: Heyne
  • Aus dem Englischen von Barbara Heller und Rudolf Hermstein

2. Band: „Der rauchblaue Fluss“

Kanton 1838: Über den sagenumwobenen Perlfluss gelangen Abenteurer aus aller Welt in die chinesische Hafenstadt. Für den jungen Maler Robin Chinnery ist die pulsierende Metropole der ideale Zufluchtsort, um den Heiratsplänen, die seine Mutter für ihn hat, zu entkommen.

Der britische Botaniker Fitcher Penrose ist in Begleitung seiner jungen Assistentin Paulette unterwegs nach Kanton, um dort nach einer geheimnisvollen Kamelienart zu suchen, der wahre Zauberkräfte zugesprochen werden.

Nil hat seine Frau und seinen Sohn in Kalkutta zurückgelassen und ist mit seinem Freund Ah Fatt über Singapur nach Kanton gekommen, auf der Flucht vor dem Gesetz. Bei Ah Fatts Vater, dem indischen Kaufmann Bahram Modi, findet er Anstellung als Sekretär. Bahram hat gerade die größte Ladung Opium von Kalkutta nach Kanton transportiert, die er je an Bord seines Schiffes gehabt hat, und erhofft sich davon das Geschäft seines Lebens: genügend Profit, um sich endlich von der reichen Reederfamilie seiner Frau unabhängig machen zu können.

Es sieht so aus, als würden die Dinge gut für Bahram anlaufen, denn man beruft ihn in die Kantoner Handelskammer. Doch dann beginnen die Mandarine den ausländischen Kaufleuten auf den Leib zu rücken, denn der chinesische Kaiser will den Handel mit Opium verbieten. Um den lukrativen Handel mit der Droge weitertreiben zu können, sind die Engländer sogar bereit, in den Krieg zu ziehen.

(Klappentext)

  • ISBN: 978 3 89667 360 2
  • Verlag: Karl Blessing
  • Aus dem Englischen von Barbara Heller und Rudolf Hermstein

3. Band: „Die Flut des Feuers“

1839: Nachdem China den vornehmlich von den Briten und deren Kolonien betriebenen Handel mit Opium nicht mehr dulden will, erklärt ihm Großbritannien den Krieg. Die Hind ist eines der Schiffe, die bei dem Angriff auf Kanton zum Einsatz kommen sollen, und segelt zu diesem Zweck von Bombay nach China. An Bord sind unter anderem Kesri Singh, ein Kommandant der britisch-ostindischen Armee, sowie Captain Mee, ein britischer Offizier mit gebrochenem Herzen und zweifelhaftem Ruf; außerdem Zachary Reid, ein junger Seemann auf dem Weg nach oben, und Shirin Moodie, die in China die Hinterlassenschaft ihres verstorbenen Mannes, eines Opiumhändlers, an sich nehmen will. Sie alle geraten schon bald in die Wirren der Opiumkriege, die in Chinas verheerender Niederlage und in der Annektierung Hongkongs durch Großbritannien enden werden.

Eine vor Atmosphäre und Detailfreude flirrende, spannende und berührende Geschichte vor der Kulisse Indiens und Chinas, mit der Amitav Ghosh sein historisches Panorama über die Opiumkriege, die eine frühe Ära der Globalisierung markierten, fulminant vollendet.

(Klappentext)

  • ISBN: 978 3 89667 361 9
  • Verlag: Karl Blessing
  • Aus dem Englischen von Barbara Heller und Rudolf Hermstein

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