Buchvorstellungen

Dead Mans Badge – Robert E. Dunn

16. Juli 2020

Nichts ist leicht – nicht einmal das eigene Sterben. Zumindest war es das nicht für mich.

Die halbe Stunde, in der ich beim blendenden Licht der Scheinwerfer in der Kälte der Wüstennacht mein eigenes Grab schaufelte, war buchstäblich die schwerste Arbeit meines Lebens.

Wenn im Film ein Mann sein Grab schaufelt, macht er ein perfektes, rechteckiges Loch. Er gräbt tief. In Wahrheit kratzt man eine ungleichmäßige Kuhle in den Boden, die man in Zentimetern, nicht in Metern misst. Selbstgegrabene Gräber sind immer flach. Im Film sind diese Männer wild entschlossen. Entweder fügen sie sich in ihr Schicksal oder planen zuversichtlich ihre Flucht. In der Realität schreien, weinen, bitten und betteln sie. Es wird immer verhandelt.

Die Hoffnung – diese Schlampe. Sie lässt einen weitergraben, sie ist der einzige Grund. Wir schaufelten zu dritt nebeneinander und für uns war das Verhandeln vorbei. Anfangs hatten wir zu viert gegraben. Einer hatte es nicht ausgehalten. Die beiden Männer, die mit den Waffen auf uns zielten, der ruhige und der andere, der über alles lachte, nannten den vierten Mann maricón.

Eröffnungsszene

Schon die Eröffnungsszene zieht den Leser in den Bann. Ist dies das Ende oder der Anfang der Story? Wenn dies der Anfang ist, wie geht es weiter?

„Dead Mans Badge“ ist ein staubiger, raubeiniger, brutaler hardboiled Krimi in klassischer Form. Die Hauptfigur Longview Moody kämpft sich verbissen durch einen Sumpf des Schmuggels, in dem auch staatliche Ermittlungsbehörden wie die DEA (Drug Enforcement Administration – Drogenermittlungsbehörde) beteiligt sind.

Der Krimi spielt im Grenzland zwischen Amerika (USA) und Mexiko. Während des Lesens glaubte ich manchmal, den heißen Wüstensand zwischen den Zähnen zu spüren, während durch die Luft peitschende Kugeln, angetrieben von glänzenden Revolvern, ihr Ziel in unmittelbarer Umgebung suchten.

Denkt man sich die Pick-up – Trucks weg, die in der Geschichte auftauchen, ersetzt sie mit Pferden, wäre die Story ein Western geworden. Fehlt nur noch Clint Eastwood mit seinem Zigarillo und dem Poncho …

Klappentext

Longview Moody ist Berufsverbrecher, doch er hat sich mit den falschen Leuten angelegt. Um den Auftragskillern zu entgehen, die nun Jagd auf ihn machen, nimmt er die Identität seines toten Zwillingsbruders an und wird Polizeichef von Lansdale, einer kleinen Stadt in Texas. Damit der Betrug nicht auffliegt, versucht Moody alles, um in die Fußstapfen seines Bruders zu treten und seine Täuschung solange wie möglich aufrecht zu erhalten. Dumm nur, dass die Kleinstadt zu allem Überfluss von einem mexikanischen Drogenkartell terrorisiert wird. Es dauert also nicht lange, bis die Geheimnisse der Lebenden und der Toten aufeinanderprallen, und Longview auf die Qualitäten seines alten Lebens zurückgreifen muss, um für Gerechtigkeit zu sorgen … und Rache zu üben.

  • ISBN: 978 3958354227
  • Verlag: Luzifer
  • Übersetzt von Philipp Seedorf

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