Buchvorstellungen

Macbeth – Blut wird mit Blut bezahlt – Jo Nesbo

3. Mai 2020

Nesbo erzählt in diesem Kriminalroman Shakespeares Macbeth neu. Dabei kommt der Macbeth der Gegenwart voller Spannung, flüssig zu lesen und überzeugend daher.

Die Figuren des klassischen Textes tauchen auch hier in leicht veränderter, angepasster Form auf. Lady Macbeth wird hier nur Lady genannt, spielt aber dieselbe Rolle wie in der Vorlage. König Duncan und seine Söhne erleben wir in Nesbos Variante als Chief Commissioner Duncan und seine Leibwächter.

Kommissar Macbeth, anfangs ein überzeugter, ehrlicher Polizist, der seinen Job ernst nimmt, findet sich zusehends in den Fängen der Lady. Dass seine Vergangenheit einen gewissen Drogenkonsum aufweist, hilft ihm, als er wieder anfängt Drogen zu konsumieren, die Wendung zur Brutalität, zum Mörder zu vollziehen.

Hecate, die Göttin der Zauberei, schickt in Shakespeares Variante drei Hexen, um Macbeth die Zukunft vorauszusagen. Dessen Fehlinterpretation seitens Macbeth den Untergang bedeutet. In Nesbos Variante taucht Hecate in Form eines Herrschers über die Drogenszene der Stadt auf.

Es gibt nicht viele Romane, die wirklich glaubhaft einen klassischen Text in die Neuzeit umsetzen und neu erzählen. Jo Nesbos „Macbeth“ ist nicht nur neu erzählt und den Verhältnissen der Gegenwart angepasst, der klassische Text wurde interpretiert, in seine Einzelteile zerlegt, untersucht, nur so kann es möglich sein, einen solchen Roman zu schreiben.

Klappentext:

Die Straßen sind voller Blut, Banden liefern sich unerbittliche Kämpfe, und Drogen überfluten die Stadt – Inspector Macbeth kennt seine Gegner nur allzu gut. Doch er ist unbestechlich, gerissen und klug. Er lässt einen Deal nach dem anderen hochgehen, die Drogenbosse beißen sich an ihm die Zähne aus. Aber irgendwann ist auch für ihn die Verlockung von Geld und Respekt zu stark, und sein größter Feind wird die erwachende Gier nach Macht. Doch er weiß, dass er niemals ganz nach oben gelassen wird. Außer – er tötet.

  • ISBN: 978 3 328 10533 6
  • Verlag: Penguin
  • Die deutsche Übersetzung von André Mumot folgt der englischen Übersetzung, die von Don Bartlett aus dem Norwegischen erstellt wurde.

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