Buchvorstellungen

Auf der anderen Seite des Flusses – Pedro Mairal

16. April 2020

Der Roman beschreibt eine Reise. Wobei die inneren Zwänge und Lebensumstände des Protagonisten die eigentliche Reise, bei der es sich um einen Tagesausflug von Buenos Aires (Argentinien) nach Montevideo (Uruguay) handelt, vorantreiben.

Ganz nebenbei zeichnet der Autor ein Bild des südamerikanischen Lebens, fängt vor allem die Stadt Montevideo ein und legt sie dem Leser wie ein aus Worten zusammengefügtes Gemälde zu Füßen.

Beim Lesen des Romans fühlte ich mich viele Jahre zurückversetzt, als ich in Montevideo einige Wochen verbrachte. Ich erkannte Gebäude, Plätze, Straßen wieder. Selbst die Fähre nach Buenos Aires schälte sich aus dem Nebel der Erinnerung …

Ich erreichte die Plaza Independencia, die Reiterstatue José Cervasio Artigas‘ warf kaum einen Schatten. Ein brasilianisches Paar versuchte sich auf einem Stadtplan Orientierung zu verschaffen. Ich meinte, die beiden schon auf der Fähre gesehen zu haben. Der Mann muskulös, milchkaffeefarbene Haut, Basecap; die Frau modische Frisur, kräftige Oberschenkel, enge Jeans, goße Ohrringe. Als ich an ihnen vorbeilief, zeigte sie gerade auf etwas in meinem Rücken. Ich ging ein paar Schritte weiter und drehte mich um. Dort stand Palacio Salvo. Riesig. Guerra hatte mir einen Link zu einer Single von Damon Albarn geschickt, deren Cover dieses alte Gebäude mit seinem Stilmix aus Gotik und Art déco zierte. In der Avenida de Mayo in Buenos Aires steht ein Zwillingsgebäude, Palacio Barolo. Beide Häuser haben einen Leuchtturm. Früher einmal haben diese Leuchttürme Signale zwischen den beiden Städten getauscht, sie waren eine Art Eingangstor zum Rio de la Plata.

Anfang 5. Kapitel

Klappentext:

Als der argentinische Schriftsteller Lucas an einem frühen Dienstagmorgen die Fähre besteigt, die ihn über den Rio de la Plata nach Uruguay bringen wird, glaubt er, die Lösung all seiner Probleme sei ganz nahe. Als Vater eines vierjährigen Sohnes, der „wie ein betrunkener Zwerg“ seine ungeteilte Aufmerksamkeit verlangt, befindet er sich in einer Schaffenskrise, angewiesen auf das Einkommen seiner Frau Catalina, von der er sich als selbst nicht immer treuer Ehemann zudem betrogen fühlt. In Montevideo will Lucas seine Honorare für zwei Buchverträge einlösen, die ihm endlich wieder mehr Selbstvertrauen, die Achtung Catalinas und die so bitter benötigte Zeit zum Schreiben erkaufen. Doch in der pulsierenden Stadt jenseits des silbernen Flusses wartet nicht nur das Geld, sondern auch eine große Versuchung auf ihn.

Pedro Mairal

Pedro Mairal, geboren 1970 in Buenos Aires, studierte Englische Literatur an der Universität von Salvador. Er ist Drehbuchautor und Verfasser mehrerer in zahlreiche Sprachen übersetzter Romane. Als »eine der originellsten Stimmen der lateinamerikanischen Literatur« wurde er mit dem Premio Clarín ausgezeichnet; mit seinem Roman Auf der anderen Seite des Flusses, der in Argentinien und Spanien zum Bestseller wurde, gelang ihm der internationale Durchbruch.

(Quelle: https://www.mare.de/pedro-mairal-urheber-818)

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