Reise

Zürich – Schweiz

9. Februar 2020

Im Rückspiegel der vorwärtstreibenden Zeit schwankt ein kleiner Fixpunkt ähnlich einem Ruderboot in den Wellen eines Sees. Bei näherem Betrachten des Treibgutes wird mir klar, es handelt sich um eine der Städtereisen des vergangenen Jahres. Davon möchte ich gern erzählen.

Ich klappe den Computer auf, warte, bis das Gerät großspurig seine Bereitschaft ankündigt, dann aber doch noch eine Weile braucht, bis ich den Ordner mit den Bildern, den Erinnerungen an den Trip nach Zürich öffnen kann.

Zürich liegt im Limmattal, erstreckt sich hufeisenförmig um die Nordspitze des Zürichsees. Die Stadt ist die größte City der Schweiz, Knotenpunkt des internationalen Verkehrs (Bahnhof/ Flughafen) und eine der bedeutendsten Finanzmetropolen des Landes.

Die Anreise

Ich hatte einige Tage frei. Kurzentschlossen setzte ich mich ins Auto, fuhr die 650 Kilometer nach Zürich.

Die Einreise in die Schweiz ist einfach: Ein Personalausweis genügt. Autofahrer sollten mautpflichtige Straßen beachten. Eine Vignette (gibt es an Rasthöfen kurz vor der Grenze) kostet für PKW 40 Franken, das entspricht etwa 36 Euro (je nach Kurs). In der Schweiz gelten andere Geschwindigkeitsbegrenzungen wie in Deutschland:

  • Autobahn 120 km/h
  • Autostraßen (so ähnlich wie Bundesstraßen) 100 km/h
  • Landstraße 80 km/h
  • Ortschaften 50 km/h

Alles andere ist beschildert.

An der Grenze brauchte ich nicht einmal zu stoppen, ich rollte langsam in der angezeigten Geschwindigkeit über den „Streifen“ und befand mich schon in der Schweiz. Ich staunte: Meine Erfahrung der letzten Jahre an der deutsch – dänischen Grenze waren zumindest von einem Blick in den Ausweis geprägt. Nun gut, hier war das also nicht so.

Für die Übernachtungen und als Ausgangspunkt für die Stadterkundungen der nächsten Tage hatte ich mir das Hotel „The Flag“ (https://www.theflag-zuerich.ch/index.html) an der Baslerstraße, Ecke Mürtschenstraße ausgesucht. Das Hotel verfügt über Parkplätze (gegen Aufpreis), die jedoch sehr schmal und eng sind.

1. Tag: Altstadt/ Grossmünster/ Fraumünster

Regen. Den ganzen Tag lang. Dabei war es mitten im Sommer. Trotzdem entschied ich mich, zur Altstadt zu laufen. Ich kämpfte mich durch die kalte, neblige Nässe, die anfangs gar nicht so schlimm ausartete. Einige Flecken trocknete die Sonne, in ihrem Versuch durch die Wolken zu brechen, nur um kläglich zu versagen. Regen und Wolken hatten sich gesammelt, um den Tag baden gehen zu lassen.

Mein Weg führte vorbei an monumentalen Häusern …

… zum Hauptbahnhof. Der Züricher Hauptbahnhof ist der größte Eisenbahnknotenpunkt der Schweiz. Unendlich viele Geschäfte reihen sich hier aneinander, bilden unterirdische Tunnel. Man könnte sich verlaufen.

Wieder im Freien, wanderte ich über den Fluss, dann den Limmatquai hinab. Es regnete immer stärker, kein schöner Tag für einen solchen Ausflug. Aber egal. Irgendwo bog ich ab, traf auf die Münstergasse, die mich direkt zum Grossmünster führte.

Grossmünster – Eingangsseite

Das Grossmünster ist die bekannteste Kirche der Stadt, seine Doppeltürme gelten als Wahrzeichen Zürichs. Die hochaufragenden Mauern des Grossmünsters im Rücken verweilte ich auf einem Podest (stufenartig ausgebaute Absätze führen vor dem Münster hinunter an den Limmat) und schaute hinüber in die Altstadt. Von hier aus ist auch das Fraumünster zu sehen:

Blick zum Fraumünster

Die Altstadt bietet einige schöne, schmale und romantische Gassen:

Bevor ich ein kleines Café aufsuchte, um mich von der nassen Wandertour aufzuwärmen, besuchte ich das Fraumünster.

Fraumünster

Das Fraumünster ist ein ehemaliges Kloster, war ein Benediktinerinnenstift, dessen Gründung auf das Jahr 853 festgelegt wird.

2. Tag: Uetliberg/ Platzspitz/ Landesmuseum

Frühstück. Der Kaffeeautomat neben dem kunstvoll aufgebautem Buffett streikte. Hektisch versuchte eine Angestellte das Gerät in Gang zu bringen.

Im Foyer des Hotels hängt ein Bildschirm, auf dem Wetterdaten präsentiert werden. Es soll noch immer regnen, steht da. Die sich langsam durch die Wolken kämpfende Sonne war da anderer Meinung.

Der Uetliberg, einer der Züricher Hausberge und beliebtes Naherholungsgebiet, soll heute mein Ziel sein. Ich wandere durch das Stadtgebiet Albisrieden auf den sich im Nebeldunst versteckenden Berg zu. Die Stadt hinter mir lassend, folge ich dem Wanderweg, immer weiter an Höhe gewinnend. Manchmal ist die Sicht relativ klar, doch laufe ich auch zeitweise durch Nebelbänke. Der Aufstieg war anstrengend, aber wirklich schön. Frische Luft, Waldwege, Vögel, wenige Menschen. Oben angekommen, entdecke ich ein Hotel. Von hier hat mein einen schönen Ausblick über die Stadt:

Blick vom Uetliberg

Abwärts fuhr ich mit der Uetlibergbahn. Sie startet etwas unterhalb der Bergspitze (ca. 10 min Fußweg) und fährt bis zum Hauptbahnhof Zürich.

Da ich nun einmal hier war, beschloss ich, um den Bahnhof herumzulaufen. Dort versteckt sich das schweizerische Nationalmuseum in einem wahren Prachtbau:

Nationalmuseum

Hinter dem Museum befindet sich ein spitz zulaufender Park, eingeengt zwischen den Flüssen Limmat und Sihl bis zu dem Punkt, an dem sie sich miteinander vermischen. Inmitten der „Flusskreuzung“ findet sich diese kleine Installation:

3. Tag: Universität/ Polybahn/ Zürichberg/ Opernhaus

Ein anstrengender Rundgang lag hinter mir. Ich lief zur Universität. Ich wählte für den Aufstieg die steilen Treppen, die zwischen den Häusern hindurchführt. Die Uni lässt sich auch mit der Polybahn erreichen.

Es trieb mich weiter bergauf. Dort traf ich auf den Rigiblick und stellte fest, es gibt eine Drahtseilbahn (Rigibahn), die vom Tal hier heraufführt. Gleich hinter der Gaststätte Rigiblick öffnete sich, einem Waldweg folgend, der Wald und zeigte mir eine Handvoll Wanderwege. Weiter aufsteigend freute ich mich über die Natur, der waldtypischen Stille. Über den Zürichberg kommend, trat ich am Hotel „Zürichberg“ aus dem Wald, genoss den Überblick.

Hotel Zürichberg

Etwas unterhalb befindet sich der Zoo. Von außen lässt sich nur ein unspektakulärer Eingang entdecken.

Ich stieg hinab in die Stadt. Unterwegs sah ich die Zahnradbahn „Dolderbahn“ den Berg heraufrumpeln. Danach sah ich mir das Opernhaus an und beschloss den Tag am Sechseläutenplatz.

4. Tag: Flughafen Zürich

An diesem Tag lief ich durch das Industriequartier. Hier lassen sich viele moderne Cafés, Restaurants und Geschäfte entdecken. Als ich am Bahnhof ankam, beschloss ich spontan in einen Zug zu steigen und hinaus zum Flughafen zu fahren.

In der Stadt fielen mir bei meinen Rundgängen immer wieder Elektrobusse auf, die batteriebetrieben unterwegs waren, die aber auch das sich über den Straßen befindliche Leitungssystem ähnlich einer Straßenbahn anzapfen können. Ich finde, das ist eine gute und moderne Idee. Eine Weiterentwicklung der alten O-Busse.

Schnell bin ich am Flughafen. Der Spaziergang durch die Hallen gibt mir denselben Eindruck wie jede dieser Einrichtungen. Es ist ein Flughafen; eigentlich sehen sie alle gleich aus, mal größer, mal kleiner.

5. Tag: Zürichsee/ Chinagarten

Die aufgehende Sonne versprach einen schönen, warmen Sommertag. Heute lief ich vorbei am Bahnhof in Richtung Limmatquai. Mein Weg führte immer weiter am Wasser entlang. Irgendwann verbreitete sich der Fluss, wurde zu einem See, der Zürichsee.

Entlang der Quaianlagen tummelten sich Taucher, Urlauber und Einheimische, die einfach die Sonne und die Wärme genießen wollten.

Am Seebad herrscht reges Treiben. Besucher strömen durch den schmalen Eingang.

Ich wollte zum Chinagarten. Die Wanderung entlang des Zürichsees empfand ich als entspannend. Natürlich trug auch die gute Wetterlage dazu bei. In der Nähe des Zürichhorns, hinter der Blatterwiese gelegen, präsentiert sich der Chinagarten.

Der Tempelgarten war ein Geschenk der Züricher Partnerstadt Kunming, die damit ihren Dank für die Unterstützung der Trinkwasserversorgung und Stadtentwässerung in Kunming zum Ausdruck bringen wollte.

6. Tag: Zentralbibliothek Zürich

Heute werde ich wieder abreisen. Nach dem ich das Hotel verlassen hatte, meine Habseligkeiten im Auto verstaut waren, wanderte ich kurz entschlossen ins Zentrum der Stadt. Gemütlich, die warme Sonne genießend, schlenderte ich durch die Straßen, trank in einem kleinen Café einen Kaffee. Die Zentralbibliothek lag auf meinem Weg, machte mich Neugierig. Das Gebäude ist imposant, das Innere mindestens genauso sehenswert.

Zentralbibliothek Zürich

Auf dem Rückweg formulierte ich das Fazit der Reise: Zürich ist eine sehenswerte Stadt. Für einen Wochenendausflug oder eine kurze Reise empfiehlt sich die City. Sie verbindet Stadtleben und die Natur (Hausberge) auf interessante Art und Weise.

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