Buchvorstellungen

Outback – Chris Hammer

22. Dezember 2019

Fünf tödliche Schüsse – Eine unfassbare Tat – Mehr als eine Wahrheit

Rivers End sieht trostlos aus. Niemand ist auf der Straße, nichts regt sich. Martin sieht auf seine Uhr: Zwanzig nach sieben. Schon verfliegt die relative Kühle der Nacht, und die Aussicht auf die Hitze ist beinahe so erdrückend wie die kommende Realität. Der Himmel hat die Farben der Dämmerung verloren; das langsame Aufsteigen der Sonne hat sie fortgewaschen, und nur das ausgebleichte Blau des Sommers ist noch da. Wolken sieht Martin nirgends.

Zitat Seite 309/ 1. Absatz

Klappentext

Er steht vor der Kirche. Er ist Pfarrer. Er legt das Gewehr an. Fünf Männer seiner Gemeinde sterben.

Ein Jahr nach den Morden kommt Reporter Martin Scarsden in die flirrende Hitze von Rivers End. Als er die Einheimischen befragt, begreift er, dass es mehr als eine Wahrheit zur Tat des Pfarrers gibt. Warum hat er wirklich getötet? War er ein Monster oder ein idealistischer Rächer? Und welche Geheimnisse wird die ausgedörrte rote Erde von Rivers End noch freigeben?

Inhalt

Ein Jahr ist vergangen. Noch immer weiß niemand, wieso Pfarrer Byron Swift an einem Sonntag gelassen aus seiner Kirche trat, sein Gewehr anlegte und fünf Männer seiner Gemeinde gezielt hinrichtete. Sein Schicksal besiegelte eine Kugel aus der Waffe des ortsansässigen Polizisten.

Der traumatisierte Kriegsberichterstatter Martin Scardsen bekommt den Auftrag, ein Porträt („Rivers End – Ein Jahr danach“) zu schreiben. Er hofft, mit dieser relativ einfachen Aufgabe, inmitten des Outbacks, der Stille und Natur, seine Nerven aufzubauen, wieder der alte Reporter zu werden.

Vor Ort stößt Martin nicht nur auf die ungelöste Frage nach dem Warum, auch die meisten Einheimischen scheinen merkwürdige Geheimnisse mit sich herum zu tragen. Martin beginnt, Fakten zu sammeln, um ein klareres Bild des Ortes und der Ereignisse zu erhalten.

Nach einem Buschfeuer findet man die Leichen von zwei deutschen Rucksacktouristen, die ebenfalls schon seit einem Jahr als vermisst gelten. Im Umfeld des Ortes treibt sich eine Motorradgang herum, die sich auf Drogengeschäfte spezialisiert hat.

Martin ist sich sicher, irgendwie hängt alles zusammen.

Meine Meinung

Ich sehe in dem Roman keine Elemente eines Thrillers. Es ist ein Kriminalroman mit den typischen Zutaten: Der Schauplatz ist abgeschnitten von der Außenwelt. Es gibt eine begrenzte Anzahl Verdächtiger, die als Auslöser für die Tat des Reverends gelten. Der Krimi verliert sich in menschlichen Intrigen und Tragödien. Wäre da nicht der Ort, die Landschaft, in der die Geschichte spielt, wäre der Roman weniger interessant. Ein Lokalkrimi aus dem Outback.

Chris Hammer beschreibt eindringlich die Einsamkeit jener Ortschaften inmitten unerbittlicher Natur. Er thematisiert die Hitzewelle und große Dürre von 2008/ 2009, beschreibt den anhaltenden Wassermangel während dieser Perioden und die Gefahr jederzeit aufflammender Buschbrände.

Der Autor zeigt aber auch am Beispiel der Motorradgang, das solche abgelegenen Ortschaften ideal sind für illegale Machenschaften. In Rivers End halten nicht einmal vorbeidonnernde Road Trains …

Der Autor

Chris Hammer kennt sich als Journalist bestens mit spannenden, dramatischen Geschichten aus und lässt diese Erfahrungen überzeugend in seinen Bestseller „Outback“ einfließen.

In Australien hat er für fast alle bedeutenden Medien gearbeitet. Als Auslandskorrespondent berichtete er über dreißig Jahre aus sechs Kontinenten, u.a. für die führende TV – Nachrichtensendung „Dateline“. Er ist politischer Korrespondent für „The Age“ und „The Bulletin“. Seine Sachbücher wurden mehrfach ausgezeichnet. (Umschlagtext)

Buchdaten

  • ISBN: 978 3 651 02572 1
  • Verlag: Fischer Scherz
  • Aus dem australischen Englisch von Rainer Schmidt

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